SCHWESTER SCHATTEN

Der Schwester Schatten. Eine Szenerie nach Trakl von Inka Bach

Premiere 27. März 2010
TuD Berlin

Regie: Ingrun Aran

Eine verhängnisvolle ménage à trois: Georg, seine Schwester Grete und ihr gemeinsamer Freund Erhard studieren in Wien. Drogenexzesse und die heimliche Liebe der Geschwister entwickeln in dieser Zeit kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges ihre zerstörerischen Kräfte. Es ist aber auch die Zeit, in der Georg einige seiner schönsten Gedichte schreibt.


Georg Trakl, dessen 100. Todestag sich 2014 jährt und der mit visionärer Sprachkraft Gedichte schrieb, die einzigartig sind in der deutschsprachigen Literatur, blieb zeitlebens ein Fremder in der Welt und gezeichnet vom Verhängnis der inzestuösen Liebe zu seiner viereinhalb Jahre jüngeren Schwester Grete. Als Trakl unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges, den er als Soldat im Fronteinsatz miterlebt, der seelischen Belastung nicht mehr standhält und sich umbringt, gelten der Schwester seine letzten Worte, sein letztes Gedicht.

Inka Bachs Theaterstück zeigt ein Künstlerschicksal am Vorabend des Ersten Weltkrieges und beabsichtigt keine vorschnelle Aneignung der Traklschen Dichtung durch die Biographie. Gleichwohl werden in der Inszenierung von Ingrun Aran Elemente der Traklschen Dichtung in Rhythmus, Klang und Visualisierung transponiert.

produktion: Ingrun Aran (okapi-productions) – mit: Leonie Brandis, Iris Boss, Felix Würgler, Henning Bormann – musik: Torsten Sense – stimmcollagen: Helmut Mittermaier – kamera: Markus Noymann, Jakobine Motz – ton: Simon Franzkowiak – video on stage & bühne: Ingrun Aran – kostüm: Antje Schnier – regieassistenz: Vincent Carrey